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Kirche Heckershausen

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25 Haustafeln wurden an historischen Gebäuden und Plätzen angebracht

Der Arbeitskreis „Haustafeln an historischen Gebäuden“ wurde von zwei Mitarbeitern des Geschichtsarbeitskreises Spurensicherung Heckershausen Ende 2004 ins Leben gerufen. Es waren Erwin Ullrich und Rolf Mantel. Man setzte sich zum Ziel, die Geschichte der historischen Gebäude von Heckershausen aufzuarbeiten und durch Haustafeln am Objekt für jedermann zu dokumentieren. Das Ergebnis: Bis zum Beginn der Jubiläumsfeierlichkeiten wurden 25 Haustafeln angebracht und „Historisches" verkündet. Die erste Tafel wurde an dem in 1682 erbauten Haus Damm, heute Wohnhaus der Werkhilfe angebracht.Erwin Ullrich erläuterte Bürgermeisterin Regina Heldmann die erste historische Haustafel, die an dem Haus angebracht wurde, in dem sich früher der Schöppenstuhl Heckershausen befand.
Bei dem Haus handelt es sich um den ehemaligen Schöppenstuhl im Amt Ahna. Das Amt Ahna hat seinen Sitz am Wesertor in der Stadt Kassel, benannt nach dem kleinen Flüsschen Ahna. In der „Erdbeschreibung der Hessischen Lande Casselischen Antheiles" schreibt Regnerus Engelhardt im „Standardwerk zur Ortsgeschichte des 18. Jahrhunderts": Das Amt Ahna besteht aus vier Schöppenstühlen und einem halben. Sie heißen Heckershausen, Ihringshausen, Obervellmar und Harleshausen. Den halben machen die beiden Dörfer Dörnberg und Fürstenwald aus. Zum Schöppenstuhl (auch Gerichts- oder Grebenstühle genannt) des Amt Ahna gehören noch einige besondere Dorfschaften sowie die Vogtey Hasungen und das Gericht Kalenberg. Der Schöppenstuhl Heckershausen umfasste die Dörfer Heckershausen und Weimar. Neben dem Schöppenstuhl war Heckershausen auch Sitz des Greben (Bürgermeister).

Weitere Tafeln wurden angebracht:

Alte Hofstelle Beyer
Hauptstraße 32 „Ossen-Beyer ". Heinrich Beyer hatte den Beinamen „ Gottharts Henner " Das Haus wurde erbaut im 16. Jahrhundert und ist eines der ältesten Häuser von Heckershausen. Heute Wohnhaus der Familie Schmidt.

Alte Hofstelle Lind
Hauptstraße 24. Erbaut ca. 1580. Ältestes Haus von Heckershausen. Früher Kleinbauernhof, bis heute im Familienbesitz.

Alte Poststelle
Hauptstraße 46. Kleiner Bauernhof, erbaut 1800 von Familie Willius. Beiname: „Andochtens". 1913 bis 1972 Poststelle des Dorfes. Maler- und Weißbinderbetrieb Christoph Willius 1912 bis 1943. Bis heute Wohnhaus der Familie Willius.

Alte Schmiede Thielemann
Hauptstraße 38. Seit 1862 im Besitz der Familie Thielemann. Schmiedebetrieb bis 1995. Ab 2002 Museumsschmiede des Heckershäuser Geschichtsarbeitskreises-

Alte Schule
Am Rain 1. Erbaut 1825 als Schule und Lehrerwohnung bis 1909. Bürgermeisteramt der Gemeinde Heckershausen von 1925 bis 1970. Feuerwehrgerätehaus in der alten Scheune bis 1971. In den 30er Jahren Schneiderei Gustav Hentze. Seit 1972 im Besitz der Familie Georg Koch.

Alter Bauernhof “Ahnehof”
Erbaut um 1680 von Familie Homburg aus Calden. Durch Einheirat übernahm die Familie Rudolff den Hof, später heiratete ein Damm aus Niedervellmar ein. Nach einem Brand in 1835 wurde der Hof wieder aufgebaut. Der Heinrich Damm war Bürgermeister von 1899 bis 1913. Beinamen “Ahlen Greben”. Durch Einheirat und bis heute im Besitz der Familie Kreis. Beinamen “Ahna- Kreis”.

Alter Hof Homburg
Hauptstraße 16. Beiname: „Henners Frieder". Erbaut im 17. Jahrhundert, umgebaut 1834 und bis heute im Besitz der Familie Homburg

Alte Hofstelle
Erbaut um 1620, später im Besitz der Familie Range dann durch Einheirat im Besitz der Familie Schnegelsberg, verkauft an den jüngeren Sohn Range mit dem Beinamen “Rangen-Philipps”. Heute durch Einheirat Familie Henkel.

Alte Hofstelle
Erbaut um 1650 von einer Familie Heiter, spätere Besitzer waren Iske und Krug, dann eine Familie Rudolph. Größter Hof im Dorf, Umspannstelle und Herbergshaus für die Fuhrleute. Dann im Besitz der Schneiderfamilie Sasse. Heute durch Einheirat Familie Graf.

Alte Hofstelle Homburg
Erbaut um 1650, Seit 1847 im Besitz von Johannes Homburg, dann Conrad Homburg Beinamen:”Heiligen Clobes”. Der Hoferbe ist im II. Weltkrieg gefallen. Die Familie Creuzer hat dann den Hof geerbt. Heute ist die alte Hofstelle im Besitz der Familie Keßler.

Alter Hufensitz
Hauptstraße 19. Seit 1677 im Besitz der Familie Range, vorübergehender Wohnsitz der Caroline von Schlotheim im Jahre 1780, der späteren Gräfin Hessenstein. Ab 1935 Hof Scherb. Bis heute im Familienbesitz.

Alter Trinkwasser Hochbehälter
Stahlbergstraße. Erbaut 1910. Eine Trinkwasserleitung für das ganze Dorf wurde von 1908-1910 gebaut. Das Wasser aus den tiefer liegenden Quellen pumpte man in diesen Behälter und mit dem natürlichen Gefalle konnten alle Häuser mit Trinkwasser versorgt werden.

Bäckerei Schönewald
Bahnhostraße 2. Erbaut 1850. Ehemals Hofstätte der Familie Siebert. 1882 erworben von Bäcker Carl Ullrich und als erste Bäckerei im Dorf eröffnet. 1895 übernahm Johannes Schönewald die Bäckerei. Sie wurde 1962 neu gebaut und ist bis heute im
Familienbesitz.

Brückenmühle
Kreisstraße. Wassermühle an der Ahne. Ersterwähnung 1616. 1892 nach einem Brand wurde die Getreidemühle neu aufgebaut. Seit 1900 im Besitz der Familie August Homburg Beiname: „ Brücken-Möller". Die Lohnmühle bestand bis 1964.

Dreschplatz der Kleinbauern
Schuhkaufstraße. Der frühere Dreschplatz für das Dorf befand sich vor der Linde, wo heute das Gebäude der Raiffeisenbank steht. Ab 1933 wurde am Dreschplatz im Schuhkauf Getreide gedroschen. Die Fuhrwerke mit den Garben fuhren an den Dreschtagen über die Rasenallee in die Bruchstraße und standen hintereinander zum Dreschen an. Gedroschen wurde je nach Wetterlage am Tage und in der Nacht. Als 1960 der Mähdrescher aufkam, war die Zeit des Dreschens hier zu Ende.

Ehemalige Bahnhofsgastwirtschaft
Bahnhofstraße 15. Erbaut von Carl Ullrich im Jahre 1898, nach dem Bahnbau in den Jahren 1896-97. Beiname der Gastwirtschaft: „Zum Anker". Erste Poststelle von Heckershausen bis 1913, Fahrkartenverkauf bis 1919 und Gastwirtschaft bis 1990. Heute Wohnhaus im Besitz von Matthias Uhl.

Ehemalige Dorfschmiede Homburg
Hauptstraße 28. Beiname: „Schmidden-Clowes". Erbaut 1867 und Schmiede bis 1948. Heute Wohnhaus der Familie Heußner.

Ehemalige Dorf- und Kirchmühle
Mühlengasse. Wassermühle an der Ahne. Altes Kirchlehen. Mühlenbetrieb etwa von 1500. Am 2. Oktober 1944 durch Fliegerangriff zerstört. Heute im Familienbesitz Junghans.

Ehemalige Stellmacherei Braun
Kirchgasse 3. Erbaut 1800 von Familie Wengefeld, von 1884 bis 1960 Stellmacherei Jakob Heinrich Braun, Beinamen: „ Kleine Achte". Heute Wohnhaus der Familie Andernach

Ehemalige Stellmacherei Happel
Am Rain 8. Erbaut 1640 als kleine Hofstelle und Försterwohnhaus. Namenbalken über dem Scheunentor mit der Inschrift: „Zaun und Ehefrau geb. Elle“. Von 1780 bis 1965 Stellmacherei Happel.

Ehemaliges Altes Gasthaus
Hauptstraße 20. Alte Hofstätte und Gasthaus bis 1894. Schreinereien: erst Beyer dann Wilhelm Homburg bis 1949. Dann Konsum- Lebensmittelgeschäft bis 1968. Heute Blumenbinderei und Wohnhaus der Familie Ebert.

Gasthaus „Zum Stahlberg"
Hauptstraße 26. Erbaut 1640. Gasthaus und Landwirtschaft. Vor- und Umspannplatz für Fuhrwerke an der Alten Holländischen Poststraße. Bis heute im Besitz der Familie Rudolff.

Gasthaus „Zur Linde"
Hauptstraße 14. Erbaut 1820. Erster Lebensmittelladen im Dorf und Weinbrandbrennerei mit Gasthaus. Vormals Familie Hausmann, bis 2001 Familie Waldeck. Heute Gasthaus Pizza Cavallino.

Kirchborn
Kirchgasse 2. Eingefasste Quelle in der Mauernische, aus der sich die Dorfbewohner, die keinen eigenen Brunnen hatten, bis 1910 mit Trinkwasser versorgten.

Ehemalige Kleine Hofstelle
Hauptstraße 15. Erbaut um 1800 von der Familie Ledderhose, später war hier die Schuhmacherei Humburg und im Ersten Weltkrieg die Milchverteilerstelle für
das Dorf, dann im Besitz von Friedrich Homburg, ab 1932 Drogerie & Lebensmittel
Ludwig Rudolff, Beiname: „Wirts-Lux" oder „ Wirts Ludwig", bis 1985 EDEKA Markt. Heute Geschäftshaus Ludwig Lachnit

Milch-Beyer
Schuhkaufstraße 13. Ab 1922 Milchannahmestelle für die Bauern und Milchhandel Heinrich Beyer. Im Zweiten Weltkrieg Milchverteilungsstelle für die Bevölkerung. Nach Kriegsende Lebensmittelgeschäft und Getränkemarkt bis 1998. Bis heute im Familienbesitz

Wohnhaus der Zimmerei Johannes Willius
Hauptstraße 2. Erbaut 1891. Zimmerei 1891 bis 1949. Beinamen: „Spezial". Der Zimmerplatz war an der Obervellmarschen Straße.

Evangelisches Pfarrhaus
Hauptstraße 34. Erbaut 1890 als Pfarrerwohnung und Gemeinderäume. Während des Zweiten Weltkrieges von drei Familien bewohnt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Pfarrerwohnung und Gemeindesaal im Erdgeschoss. Heute Gemeindehaus mit neu angebautem Kirchsaal

Text: Erwin Ullrich
Bilder: Helmuth Breiter.