Leseprobe aus dem Buch: Heckershausen im Wandel der Zeit

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Ingrid Weinbrenner

Bäuerliches Leben in Heckershausen im Wandel der Zeit

Große Veränderungen prägten das Leben der vergangenen Jahrhunderte und gingen auch an meinem Heimatort Heckershausen nicht spurlos vorbei. Heute bewirtschaften zwei Landwirte die Felder in der Heckershäuser Gemarkung (480 Hektar). Sie pflügen, bestellen und ernten die Felder mit modernen Geräten. In Lehrbetrieben, Fach- und Hochschulen wurden sie ausgebildet und haben gelernt, mit den Errungenschaften der Technik und der Entwicklung der Chemie umzugehen.
Richtlinien bekommt der Landwirt von der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel. Dort werden auch die neuen Gesetze "gestrickt", die für den Europäischen Raum, die Landwirte im Euroland, gelten.
Der Landwirt muss viel Freude an seinem Beruf haben, dazu vielseitige Kenntnisse und Mut, um nicht, wie viele seiner Berufskollegen seit den 60er- Jahren, zu weichen.
Das Vergangene ist aber nie ganz vergangen, es gibt so viel Erinnerungswürdiges. Die Heckershäuser Felder erstrecken sich, wie in alter Zeit, zwischen dem Hasenstock- Stahlberg im Norden und der Firnskuppe im Süden; der Brückenmühle im Westen und der Obervellmarer Feldmark im Osten. Die guten Böden, etwa 25% sind Lössböden in den Ahneauen. Die Hälfte der Böden sind jedoch steinige, schlechte, schwer zu bearbeitende Felder, die zudem an abschüssigen Berghängen liegen. Nur durch Fleiß und Sorgfalt erreichte man ergiebige Ernten, denn von der Natur aus waren die Heckershäuser nicht begünstigt. Ursprünglich prägte die bäuerliche Lebensweise den gasamten Ort. Die Heckershäuser waren nicht von den Edelleuten abhängig. Heckershausen unterstand dem Landesherrn.

 

Hufbauern und Köthner

Im Mittelalter wurden die bäuerlichen Bewohner in Hufenbauern und Köthner (Ködner oder Hintersassen) unterschieden. Die Hufner waren Eigentümer eines geschlossenen...
 



Norbert Schäfer

Die letzten zwei Kriegstage in Heckershausen

Am 4. April 1945 fuhren zwei amerikanische Panzerspähwagen langsam, vom Dorf kommend, durch die Brandaustraße und hielten vor dem Verwaltungsgebäude der Henschel- Geflügelfarm. Wir Jungen von "der unteren Siedlung" waren sehr neugierig auf die Amerikaner: Wie sahen sie aus, was waren das für Menschen. Wir hatten ja durch die Nazi- Propaganda nur von Unmenschen gehört. Die Spähwagen hatten kaum gehalten, da standen wir auch schon da und bestaunten die Amerikaner. Zwei Soldaten beobachteten aus dem Spähwagen die Flakstellungen in der Nähe des Obervellmarschen Sportplatzes und auf der anderen Seite der Bahnlinie nach Volkmarsen. Inzwischen waren noch zwei Männer, die in dem Verwaltungsgebäude wohnten, dazugekommen.
Einer von ihnen hatte nicht mehr an sein goldenes Parteiabzeichen gedacht, das er am Revers trug. Der andere machte ihn darauf aufmerksam, und er konnte es unauffällig abnehmen. Die Amerikaner hatten davon nichts bemerkt. Wir Jungen bestaunten noch die Panzerspähwagen und schauten auch zur Flakstellung. Auf einmal sahen wir in der Flakstellung eine Rauchwolke aufsteigen, und unmittelbar danach explodierte eine Granate ca. 50 Meter vor dem Spähwagen in "Daums" Kleeacker (jetzt Untere Weinbergstraße). Wir suchten Deckung hinter dem Henschelgebäude. Ein zweite Granate explodierte in dem Dach des Hauses. Viele Ziegeln fielen vom Dach, aber von uns wurde niemand verletzt. In der kurzen Zeit, in der wir fortgelaufen waren, hatten die Spähwagen gewendet...
 




Herbert Iske, Georg Rühl, Horst Rühl, Norbert Schäfer, Manfred Schröder

Die Heckershäuser Fluren

Die Beschreibungen sind abgestimmt mit dem Heimatforscher Heiner Range und den Landwirten Werner Homburg , Hartmut Scherb und Konrad Waldeck.

Vorbemerkung

Die Gemarkung Heckershausen ist katasteramtlich in 22 Flure eingeteilt. Für die Ausgangsbeschreibung der einzelnen Fluren wurde als Mittelachse die Bahnlinie “Kassel- Volkmarsen” gewählt. Das heißt, der Ausgangspunkt je Flurbeschreibung sind “Nördlich bzw Südlich der Bahnlinie” sowie die amtliche Bezeichnung.

In den Flurbezeichnungen fanden folgende Karten; Abhandlungen und Aufzeichnungen Berücksichtigung.

  • Katasterkarte des Kreisbauamtes des Landkreis Kassel von 1953
  • Topographische Karte Heckershausen, Herausgeber Vermessungsamt der Stadt Kassel von 1986
  • Katasterkarte der ev. Kirche Heckershausen von 1961
  • Katasterkarte der Waldinteressenten Heckershausen von 1985
  • Schleensteinsche Karte nach 1798 des “Amtes Ahna” und des “Amtes Zierenberg/Wolfhagen”
  • Niveaukrte (112 Blätter) Wilhelmshöhe des Kurfürstentum Hessen von 1859
  • Heinrich Reimer, Historisches Ortslexikon für Kurhessen, Marburg 1926 (Neudruck 1974)
  • Meßtischblatt Nr. 2664, herausgegeben von der “Preußischen Landesaufnahme” von 1909 mit Nachträgen des “Reichsamtes für Landesaufnahme” von 1927
  • Kasseler Salbücher 1582/83

Außerdem haben die Autoren, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, alle bekannten und ortsüblich genannte Bezeichnungen, Namen und Begriffe in den Text eingearbeitet.

Flur 1

Areal nördlich der Bahnlinie und nordwestlich der Rasenallee bis Gemarkungsgrenze Weimar und Calden.

1.1 Auf der Hühnerpforte / Die Gemeindeviertel / Am Kammerberg / In der Kammer
Früher landwirtschaftliche Nutzfläche, nach 1960 nördlicher Teil des Neubaugebietes “Heckershäuser Kammerberg”

1.2 Der CaldenbergDie Alte Holländische Poststraße
Landwirtschaftliche Nutzfläche. Das Hochplateau entlang der Gemarkungsgrenze Calden wurde von 1930- 1956 als “Heckershäuser Sportplatz” genutzt. Weitere Bezeichnung auch “Bergwiesen”.


Flur 2

Areal nördlich der Bahnlinie im nordöstlichen Rasenalleebereich

2.1 An der alten Straße
Umfasst auch die Stücke: Schuhkaufsbreite, der Döhrenbach, die Lärichs (Lerchen)breite, oberer und unterer Schuhkauf, im Schuhkauf (1), Scherbs Bäumchen, Bruchstraße, Hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt, im unteren Teil der Bruchstraße Wohnbebauung...

 

Ende der Leseprobe

Verkaufsstellen:

Dienstleistungszentrum Heckershausen

Amt für Jugend, Kultur und Senioren, Altes Rathaus/ Weimar

Empfang Gemeindeverwaltung, Rathaus/ Weimar

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