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Das Schmieden

Die klassische Schmiede, wie sie früher in jedem Dorf zu finden war, gibt es heute fast nicht mehr. Somit werden auch die Schmiede immer seltener, die das alte Handwerk noch verstehen und ausüben.

Horst Kleinschmidt aus Heckershausen beherrscht diese alte Handwerkskunst und gern zeigt er die alten Schmiedetechniken bei den kostenlosen Vorführungen in der „Alten Schmiede Thielemann“.

Horst Kleinschmidt zeigt alte Schmiedekunst

Kleine Schmiedekunde

Beim Schmieden werden dehnbare Werkstoffe durch Druck oder Schlag in die gewünschte Form gebracht. Durch diese spannlose Arbeitsverfahren lassen sich große Formveränderungen ohne größere Werkstoffverluste erzielen.

Außerdem wird beim Schmieden der Werkstoff gut durchgeknetet und das Gefüge verdichtet, wodurch sich die Festigkeit erhöht.

Weiche Werkstoffe wie Blei, Zinn, Aluminium und Kupfer lassen sich bereits im kalten Zustand weitgehend verformen. Stähle müssen jedoch wegen ihrer größeren Härte und Festigkeit zunächst auf höhere Temperaturen erhitzt werden, um sie in den Zustand größerer Bildsamkeit (Biegsamkeit) zu bringen.

Das Schmiedefeuer

Die Schmiedbarkeit des Eisens ist vom Kohlenstoffgehalt abhängig!
Je niedriger der Kohlenstoffgehalt, um so dehnbarer ist der Stahl, um so besser läßt er sich deshalb auch schmieden. Baustahl hat einen Kohlenstoffgehalt von 0,05 % bis 0,5 % und ist gut schmiedbar.

Die unterste Grenze der Schmiedetemperatur beträgt 700 Grad C, die oberste Grenze der Schmiedetemperatur ist vom Kohlenstoffgehalt des Stahles abhängig.

600- 700 Grad C

800- 900 Grad C

1000- 1200 Grad C

Dunkelrotglut

Hellrotglut

Gelbglut

untere Schmiedegrenze

Schmieden von Werkzeugstahl

Schmieden von Baustählen

Zum Erhitzen der Schmiedestücke werden meistens offene Schmiedefeuer oder -essen verwendet.
Die zur Verbrennung erforderliche Verbrennungsluft wird durch einen Blasebalg oder ein Gebläse von unten in den Herd geblasen.

Der verwendete Brennstoff soll möglichst schwefelfrei sein! Schwefel ist der größte Feind des Stahles, er macht ihn warmbrüchig. Meistens verwendet man schwefelarme, gut backende Nußkohle in kleiner Stückgröße.
Für große Stücke ist schwefelfreier Koks geeignet. Am reinsten ist Holzkohle, die beim Schmieden von Werkzeugstahl verwendet wird.

Durch die Schläge wird das Material verdichtet und somit widerstandsfähiger gemacht. Welche Härte das Werkstück hat erkennt der erfahrene Schmied an der Farbe des erkalteten Materials.

Das Schmieden auf dem Amboß nennt man Freiformschmieden.
Der Amboß muss möglichst schwer sein, damit er den Hammerschlägen einen ausreichenden Widerstand entgegensetzt und nicht federt.
Als Schlagwerkzeuge benutzt man Hand und Zuschlaghämmer. Leichte Schmiedarbeiten werden mit dem Handhammer (bis ca. 2 kg) ausgeführt. Größere Schlagwirkungen lassen sich mit dem Zuschlaghammer (5 bis 10 kg) erzielen. Er wird von dem Zuschläger mit beiden Händen geführt.

Am besten wird von der Stange geschmiedet. Kürzere Stücke müssen mit der Schmiedezange gehalten werden. Die Maulform der Zange muß dem Werkstück angepaßt sein, damit es gut und sicher gehalten wird.

Links bearbeitete Kreuzaxr, rechts unbearbeitet.

Links bearbeitete Kreuzhacke, rechts unbearbeitet

Das Strecken ist die am häufigsten auszuführende Schmiedearbeit, hierbei wird das Werkstück durch die Schlagwirkung des Hammers gestreckt.

Beim Ausschmieden einer Vierkantspitze ist zunächst stumpf anzuspitzen und erst dann auf die richtige Länge auszuziehen. Wird sofort die ganze Längen ausgeschmiedet, so entsteht an der Spitze eine Aufspleißung.

Schmiedefehler können entstehen durch falsche Erhitzung, fehlerhafte Werkzeuge und falsche Arbeitsverfahren. Durch ausreichend Sachkenntnisse und Überlegungenlassen sich jedoch die gröbsten Fehler vermeiden.


 

Schmiedenester müssen aus dem Feuer entfernt werden.

Quelle: Einige Textstellen stammen aus dem Fachbuch Metallgewerbe/ Grundlehre von Karl Spaethe und Hans Trebiatowsky 1957.


Schmiedekunst von Horst Kleinschmidt

Schmieden ist eine handwerkliche Kunst, die viel Erfahrung, Übung und Geschicklichkeit erfordert.

Diese wunderschöne Rose wurde Bürgermeisterin Regina Heldmann als Abschiedsgeschenk überreicht.
Horst Kleinschmidt fertigte die Blüte und Erwin Ullrich die Blütenblätter.

Die Rose trägt den Namen Regina, der Name wurde in ein Blatt gestanzt.

Geschmiedetes Herz mit Lederband als Schmuckstück.
Auf der Rückseite mit eingestanzter Inschrift: GLAUBE, LIEBE, HOFFNUNG.

Hufeisen- Anhänger als Glücksbringer. Auf der Rückseite mit Inschrift:
ICH BIN VOLLKOMMEN RUHIG UND GELASSEN.